Köln wir müssen reden

Köln, wir müssen reden! – Kriegsende 1945: Niederlage, Befreiung oder was sonst?

Köln, wir müssen reden! Immer Montags.

Hierzu laden wir herzlich ein: von 20.30 bis 22.00 Uhr.
Der Kneipentalk wird vom SPD-Landtagsabgeordneten Jochen Ott in Kooperation mit dem SPD-Ortsverein Nippes veranstaltet.

Unser Thema: Kriegsende 1945: Niederlage, Befreiung oder was sonst?

Gast: Jost Dülffer, emeritierter Professor für Internationale Geschichte und Historische Friedens- und Konfliktforschung an der Universität zu Köln

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facebook.com/koelnwirmuessenreden

KWMR - 2. März 2020 Einladung

Köln, wir müssen reden! – „Kölner Willkommenskultur – auch im Karneval?“

Köln, wir müssen reden! Immer Montags.

Hierzu laden wir herzlich ein: von 20.30 bis 22.00 Uhr.
Der Kneipentalk wird vom SPD-Landtagsabgeordneten Jochen Ott in Kooperation mit dem SPD-Ortsverein Nippes veranstaltet.

Unser Thema: „Kölner Willkommenskultur – auch im Karneval?“

Gast: Hans-Jürgen Oster, Leiter des Amtes für Integration und Vielfalt bei der Stadt Köln, auch bekannt als Kölns Flüchtlingskoordinator

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KWMR - 10. Februar 2020 Einladung

Köln, wir müssen reden! – „Zwischen Empörung und Inhalt: Journalismus unter Druck“

Köln, wir müssen reden! Immer Montags.

Hierzu laden wir herzlich ein: von 20.30 bis 22.00 Uhr.
Der Kneipentalk wird vom SPD-Landtagsabgeordneten Jochen Ott in Kooperation mit dem SPD-Ortsverein Nippes veranstaltet.

Unser Thema: „Zwischen Empörung und Inhalt: Journalismus unter Druck“

Gast: Prof. Dr. Frank Überall, Journalist und Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV)

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Liefern am Limit. Gute Pizza – schlechtes Gewissen?

Liefern am Limit. Gute Pizza – schlechtes Gewissen?

Köln, wir müssen reden! Report vom 30. September 2019

Gastredner: Keno Böhme

Ort: Zum Bunten Hund, Bülowstraße 62, Köln-Nippes

„Köln, wir müssen reden“ ist ein vom Landtagsabgeordneten Jochen Ott und der SPD Nippes veranstalteter Kneipentalk. Jeden Montagabend ein neuer Gast und ein neues Thema: Auf 20 Minuten Impulsvortrag folgen 70 Minuten Diskussion in entspannter Atmosphäre – Aktiv mitmachen, Fragen stellen und mitdiskutieren ausdrücklich erwünscht!

Am 30.09.2019 durfte „Köln, wir müssen reden“ Keno Böhme von Liefern am Limit, einem offiziellem Projekt der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, begrüßen. Diskutiert wurde über die aktuelle Situation der Fahrradkuriere und wie wir als Gesellschaft und vorallem wie die Politik mit dem Wandel in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung umzugehen haben.

Heutzutage liest man fast wöchentlich in Interviews und Reportagen über die unvorstellbaren Arbeitsbedingungen und Machenschaften der Dienstleistungsanbieter in Deutschland. Nach dem Lesen von solchen Artikel ist die Frage, wieso Menschen unter diesen Bedingungen arbeiten gehen, die erste die man sich stellt. Dies war auch die erste Frage, die sich Keno Böhme der Projektsekretär von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und Social-Media Manager von Liefern am Limit stellen musste. Seine interessante Antwort war, dass der Job vergleichbar mit dem eines Schiedsrichter auf dem Fußballplatz sei. Man mache den Job an sich gerne und hätte auch Spaß an diesem, aber dieser würde durch die Bedingungen des Arbeitgebers getrübt. Deswegen sei es für ihn umso wichtiger, für seinen Job und für bessere Arbeitsbedingungen für sich und seine Kollegen zu kämpfen.

In Deutschland haben sich die Lieferdienst-Anbieter vor allem in den größeren Städten des Landes einen schonungslosen Krieg um die Vorherrschaft des Marktes geliefert. In den letzten Jahren ist der deutsche Markt durch Übernahmen und das Zurückziehen einzelner Firmen in großen Bewegungen gewesen. Das Ergebnis von diesem Machtkampf ist, dass takeaway.com (Foodora, pizza.de, Lieferheld, lieferservice.de& Lieferando) eine Art Monopolstellung in Deutschland errungen hat. Der einzige Konzern, der dem ganzen noch Paroli bieten konnte (Deliveroo), hat sich im vergangenen Jahr aus dem Deutschland-Geschäft zurückgezogen. Durch diese Umstellungen und Übernahmen haben vor allem die Arbeitsbedingungen der Arbeiter sowie die Arbeiter selbst drunter gelitten. So berichtetet Keno, dass Deliveroo bei seinem Rückzug aus Deutschland zuerst den Bestandskunden dies mitgeteilt hat, ehe die Mitarbeiter davon erfuhren. Außerdem hat takeaway.com bei der Übernahme von Foodora (ehem. Delivery Hero) die für die Branche moderaten Arbeitsbedingungen von der hauseigenen Tochterfirma Lieferando an die bekannten schlechten Verhältnisse von Foodora nach unten angepasst hat.

Keno betont, dass man von Firma zu Firma unterscheiden muss in Bezug auf Arbeitsbedingungen, da dort gehörige Unterschiede vorhanden sind. Dies sei ihm während seiner Tätigkeit bei drei verschiedenen Lieferdienstanbietern aufgefallen. Nichts desto trotz sind seine Berichte zu den jeweiligen Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Betrieben ernüchternd und klingen unvorstellbar in einem Land wie Deutschland. So gab er unter anderem an, dass es mehrmals Vorfälle bei Deliveroo gab, wo in den Winter Monaten die Löhne ausfielen, dass Mitarbeiter, die sich kritisch äußerten oder es in Betracht zogen, einen Betriebsrat zu gründen, fristlos gekündigt wurden oder der befristete Vertrag nicht verlängert wurde (Deliveroo &Foodora). Außerdem erzählt er, dass Unterschiede in der Beschaffung von der Ausstattung der Kuriere in den Firmen herrsche. So verlangen einige Anbieter von ihren Mitarbeitern, dass sie die eigene Kleidung und das eigene Fahrrad bereitstellen und die Boxen, in denen dass Essen transportiert wird, mit nach Hause nehmen müssen. Eine Entschädigung seitens der Firma bezüglich eines Verschleißes der eigenen angeschafften Geräte oder allgemeine Pauschalen ,wie in anderen Berufen, gibt es nicht und finden auch keinen Gehör in der Branche. Herr Böhme kritisiert dabei gleichermaßen die Rolle der Justiz, da Klagen, die eine Entschädigung für die Arbeitnehmer beinhalten, ins Leere laufen, da man den Grad eines Verschleißes am Fahrrad oder am Handy nicht bestimmen und so keine Entschädigung ausgezahlt werden kann. Desweiteren bemängelt er, dass es keine Verbandsklagen Möglichkeit für Arbeitnehmer gibt und so jeder Kampf alleine geführt werden muss.

Arbeitsbedingungen dieser Art dürfen keine Basis in diesem Land finden, da vor allem die aufgrund der Digitalisierung des Arbeitsmarktes neu-entstehenden Konzerne die bestehenden Lücken in den veralteten Arbeitsschutzgesetzen ausnutzen und daraus ihren Profit schlagen. Die Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) prangert dies an und fordert, dass wenn ein fairer Lohn und ein allgemeines Arbeitsrecht für das Unternehmen nicht finanziell tragbar sind, dann darf eine solche Firma in Deutschland sein Geschäft nicht ausführen. Ein Konzern, welches auf Ausbeutung seiner Arbeiter beruht, kann keinen Platz in unserem Land haben und ist nicht unterstützenswert. Wer, wenn nicht die SPD muss dieses Thema angehen und für die Rechte der Arbeiter in den neuen Berufsfeldern wie Kuriere aller Art oder sogenannten „Juicern/Chargern“ eintreten.

Der digitale Wandel im Arbeitsbereich schreitet unaufhaltsam voran und stellt unser Leben, so wie wir es kennen, auf den Kopf. Deswegen müssen wir uns die Frage stellen, wie wir eine faire und gerechte Arbeit im digitalen Zeitalter gewährleisten können. Hier ist die Politik gefordert unsere bereits bestehenden und funktionierenden Arbeiterschutzgesetzte in das neue Zeitalter zu überführen, sowie die bereits bestehenden Strukturen so zu formieren, um bestehende Schlupflöcher schließen zu können. Nur so können wir es schaffen, dass Arbeitnehmer für den Schritt ins digitale Zeitalter gewappnet sind.

Posted by Daniela Richardon in Veranstaltungsberichte, 0 comments

Köln, wir müssen reden! – „Warum braucht Köln eine Stadtschulpflegschaft?“

Köln, wir müssen reden! Immer Montags.

Hierzu laden wir herzlich ein: von 20.30 bis 22.00 Uhr.
Der Kneipentalk wird vom SPD-Landtagsabgeordneten Jochen Ott in Kooperation mit dem SPD-Ortsverein Nippes veranstaltet.

Unser Thema: „Warum braucht Köln eine Stadtschulpflegschaft?“

Gast: Lutz Tempel, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft Köln und Silvia Behrendt, stellvertretende Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft Köln.

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KWMR - 27. Januar 2020 Einladung

Köln, wir müssen reden! – „Köln ist die reichste Stadt der Welt, oder?“

Köln, wir müssen reden! Immer Montags.

Hierzu laden wir herzlich ein: von 20.30 bis 22.00 Uhr.
Der Kneipentalk wird vom SPD-Landtagsabgeordneten Jochen Ott in Kooperation mit dem SPD-Ortsverein Nippes veranstaltet.

Unser Thema: „Köln ist die reichste Stadt der Welt. Oder, Frau Stadtkämmerin?“

Gast: Frau Prof. Dr. Dörte Diemert, Stadtkämmerin der Stadt Köln

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KWMR - 25. November 2019 Einladung

Köln, wir müssen reden! – „Fridays For Future vs. Politik? Oder Klimapolitik für alle?“

Köln, wir müssen reden! Immer Montags.

Hierzu laden wir herzlich ein: von 20.30 bis 22.00 Uhr.
Der Kneipentalk wird vom SPD-Landtagsabgeordneten Jochen Ott in Kooperation mit dem SPD-Ortsverein Nippes veranstaltet.

Unser Thema: „Fridays For Future vs. Politik? Oder Klimapolitik für alle?“

Gast: Jan-Simon Winter, Fridays for Future / Students for Future

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KWMR - 18. November 2019 Einladung

Köln, wir wollen singen! – Sessionsauftakt am 11.11.

Zum Sessionsauftakt am 11.11. laden wir ein zu „Köln, wir wollen singen„.

Gemeinsamen stimmen wir Karnevalslieder an und freuen uns auf die Karnevalssession 2020 getreu dem Sessionsmotto „Et Hätz schleiht em Veedel“.
Mit dabei ist „Dä Schofför der Kanzlerin“ Jens Singer.

Wirtschaft „Zum Bunten Hund“
Bülowstraße 62, Ecke Nordstraße
Köln-Nippes
Einlass ab 18.11 Uhr

Aktuelle Infos gibt es auch auf der offiziellen Seite zur Veranstaltung bei Facebook

KWMR - 11. November 2019 Einladung

Ist der Staat zu blöd zum Bauen?

Ist der Staat zu blöd zum Bauen?

Köln, wir müssen reden! Report vom 13. Mai 2019

Gastredner: Rolf Krähmer, ehem. Geschäftsführer des Bau- und Liegenschaftsbetriebes des Landes NRW

Ort: Zum Bunten Hund, Bülowstraße 62, Köln-Nippes

„Köln, wir müssen reden“ ist ein vom Landtagsabgeordneten Jochen Ott und der SPD Nippes veranstalteter Kneipentalk. Jeden Montagabend ein neuer Gast und ein neues Thema: Auf 20 Minuten Impulsvortrag folgen 70 Minuten Diskussion in entspannter Atmosphäre – Aktiv mitmachen, Fragen stellen und mitdiskutieren ausdrücklich erwünscht!

Am 13.05.2019 durfte „Köln, wir müssen reden“ Rolf Krähmer, den ehem. Geschäftsführer des Bau- und Liegenschaftsbetriebes des Landes NRW, begrüßen. Diskutiert wurde über die grundlegende Frage, ob der Privatbau wirklich besser ist als staatlich beauftragter und wie Kostenexplosionen sowie Bauverzug beim staatlichen Bau allgemein entstehen können.

Ist der Staat zu blöd zum Bauen? Bevor man diese Frage beantworten kann, muss man zuerst einen genaueren Blick auf die einzelnen Faktoren werfen. Einer davon ist, dass der Staat in der Regel Unikate baut (Archive, Opern, etc.), sodass sich die Vorausplanung komplexer ausgestaltet als bei einem Bau für ein Einfamilienhaus. Darüber hinaus müssen viele Gebäude im Bestand oder während des Betriebs saniert werden, wodurch es schnell zu Bauverzögerungen kommen kann.

Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (kurz: VOB) ist oft Anlass für eine Verzögerung des Baus. Denn eine vom Staat ausgestellte VOB, muss alle Begebenheiten und Details der zu bebauenden Fläche enthalten. Dies ist allerdings nicht (hundertprozentig) realisierbar, vor allem bei einer so alten Stadt wie Köln. Ein gutes Beispiel ist hier das Bauvorhaben des Rheinboulevards in Deutz, wo ein altes römisches Kastell gefunden wurde. Bei einer Verletzung der VOB hat der Auftragnehmer einen Anspruch auf einen Kostenausgleich und das Recht auf eine neue Vertragsaushandlung. Einigen sich die beiden Vertragspartner nicht, wird dies gerichtlich geregelt, was einen Verzug von bis zu 1,5 Jahren bedeutet.

Desweiteren ist auch das Gesetz gegen Wettbewerbsverzerrung, welches Korruption und Diskriminierung zuvorkommen soll, des öfteren Ursache für eine Bauverzögerung. Da ein staatlicher Bau öffentlich ausgeschrieben werden muss, kann dies zu einer Behinderung der einzelnen Bewerber auf der Baustelle führen. Falls ein Bewerber sich in seiner Arbeit behindert sieht, kann er eine sogenannte Behinderungsanzeige stellen, was zu einem Stopp auf der Baustelle und einem Ausbleiben der Vergabe führt.

PPP („public-private-partnership“, dt. „öffentlich-private-Partnerschaft“) ist eine Zusammenarbeit privater Unternehmen und des Staats, die eine Zwecks-Gemeinschaft eingehen, um eine Arbeitsaufteilung zu ermöglichen. So verpflichtet sich die private Seite zu einer effizienten Erstellung der Leistung und der Staat dazu, öffentliche Interessen mit einzubeziehen. Diese Partnerschaften werden aber allgemein als kritisch angesehen, da die geplanten Ausgaben schnell das vorhergesehene Etat übersteigen, um eine zügige Fertigstellung zu gewährleisten. (Bsp.: A1 Hamburg-Bremen).

Ein Paradebeispiel für einen gelungenen staatlich beauftragten Bau, der aber in der Öffentlichkeit als Kostenfalle wahrgenommen wurde, ist das Landesarchiv am Duisburger Hafen. Grund hierfür ist eine Modellzeichnung mitsamt Kostenrahmen, die in der öffentlichen Wahrnehmung als feste Kostensumme registriert wurde. Der Bau, der schlussendlich realisiert wurde, entsprach nicht mehr der Modellzeichnung, weshalb ein anderer Kostenrahmen entstand. Desweiteren ist bei einer Modellzeichnung der Grundstückspreis sowie das Mobiliar nicht enthalten. Der im Vertrag stehende Betrag für das Gebäude wurde am Ende eingehalten.

Das Beispiel vom Landesarchiv in Duisburg zeigt eindrucksvoll, dass beim staatlichen Bau die öffentliche Wahrnehmung eine entscheidende Rolle spielt. Denn aufgrund von Presse- und Medienvertretern wird über jede Bauverzögerung und außerplanmäßige Kostenerhöhung berichtet. Eine Verzögerung oder Kostenerhöhung beim privaten Bau wird nicht öffentlich gemacht, da keine Baufirma freiwillig davon berichten würde. (Bsp. : Dieselskandal) Ein direkter Vergleich ist demzufolge nicht möglich.

Ein Bauverzug scheitert selten an nicht vorhandenen Geld, sondern an einem Fachkräftemangel in den Behörden und Ämtern sowie in der Baubranche, die den Bau schließlich ausführen sollen. Hinzu kommen Interessenkonflikte in den Ausschüssen, die verschiedene Ziele oder Prioritäten verfolgen, welche sich am Ende im Zusammenspiel miteinander kollidieren.

Posted by Daniela Richardon in Veranstaltungsberichte, 0 comments