Was hat die SPD je für uns getan? Die Fernuniversität Hagen

Schon seit einigen Wochen geben wir euch bei Facebook und auf Instagram Antworten auf die Frage: „Was hat die SPD je für uns getan?“. Heute wird es an dieser Stelle noch etwas ausführlicher. Unser Vorstandsmitglied Walter Schulz hat hier für euch einige Informationen zur Fernuniversität Hagen zusammengetragen:

„Zum 1. Dezember 1974 wird eine Fernuniversität als Gesamthochschule mit dem Sitz in Hagen gegründet.“ So beginnt das Gesetz über die Errichtung einer Fernuniversität in Nordrhein-Westfalen – FUEG – vom 26. November 1974. Eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Heute undenkbar: Bereits zehn Monate später lief der Studienbetrieb mit 1.330 Studierenden an – der 1. Oktober 1975 wurde damit zum zentralen Datum in der Geschichte der Fern Universität Hagen.

Seit dem Ende der 1960er Jahre wurde über die Einführung einer Bundes-Fernuniversität diskutiert. Insbesondere die Studierenden und ihre Organisationen verlangten den Einsatz technischer Medien in der Lehre, stärkere Beteiligung der Studierenden und die Einführung eines Fernstudiums. Kommissionen tagten, Experten beratschlagten, Institutionen grübelten. Der Gründungsrektor Otto Peters erinnerte sich: „Diese Planungen zogen sich wie bei einer schwierigen Geburt über einen langen Zeitraum hinweg. Schon bald sahen Experten, dass sich diese geplante neue Bundes-Fernuniversität wegen ihrer Größe nur schwer managen und finanzieren lassen würde. Es drohte ein Fehlschlag.“ Dem stellte sich der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister Johannes Rau (SPD) Entgegen. Weil er sah, dass das Vorhaben scheitern würde, startete er die „Geheimoperation Fernuniversität“, eine Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen. Raus Credo:  Für einen rohstoffarmen Staat wie die Bundesrepublik Deutschland „ist und bleibt Bildung, Ausbildung und Weiterbildung elementare Grundlage gesellschaftlicher Existenz und der notwendigen Behauptung im internationalen Wettbewerb“.

Ab Mai 1974 entwickelte ein Vorbereitender Gründungsausschuss Raus Konzept weiter: Eine Weiterbildungsuniversität, an der insbesondere Berufstätige im Teilzeitstudium ihr Wissen verbessern und aktualisieren sollen, mit praxisorientierten Lehrinhalten in gedruckten Studienbriefen, auf Audio- und Videokassetten und studienbegleitenden Leistungs- und Lernkontrollen wie computergerechte Tests, fachliche Beratungen und Präsenz-Lehrveranstaltungen in Studienzentren.

In Teilen der wissenschaftlichen Welt galt die Fernuniversität als „Paradiesvogel“, in konservativen und sogar liberalen Politikerkreisen als „sozialistisches Bildungsexperiment“. Der Gründungsrektor der FernUniversität, Prof. Otto Peters resümierte.“ „Es war eine tolle Zeit des Aufbruchs, alle waren begeistert – und die Arbeit war von Erfolg gekrönt!“

(Zum Nachlesen: https://www.fernuni-hagen.de/universitaet/geschichte/test_geschichte.shtml, Sylvia Dreesbach)

Inzwischen haben Zehntausende an der Fernuni studiert und Abschlüsse gemacht. Vielleicht spricht diese Eine für Alle: „Als Mama von fünf Kindern kam für mich nur die FernUniversität in Frage. Ein Präsenzstudium würde für mich nicht funktionieren“. Dr. Martina Albach freiberufliche Softwaretesterin studiert in Hagen Informatik, engagiert sich dort in der Fachschaft und ist Mutter von fünf Kindern.

Zur bildungspolitischen Erfolgsgeschichte der SPD gehören auch die Universitäten von Bochum. Duisburg, Wuppertal. Und dahinter steckt ein sozialdemokratisches Zukunftsprojekt, das Johannes Rau am 27. März 2001 in Wuppertal so beschrieben hat.

Universitäten haben eine solche Sogwirkung auf die Region und für die Region, dass eine Region, die keine Universität hat, veröden muss. Wenn wir wollen, dass das Bildungsgefälle aufgehoben wird, dann müssen wir dahin, wo Arbeitnehmer sind.“

(Text aus: https://www.fernuni-hagen.de/universitaet/index.shtml)

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